Halbwertszeit und Verdopplungszeit

Funktionen Klasse 10
  • Wie berechnet man, wann sich ein Bestand verdoppelt hat?
  • Warum ist die Halbwertszeit unabhängig von der Ausgangsmenge?

Wachstums- und Zerfallprozesse mit e-Funktion

Exponentielles Wachstum wird in der Praxis häufig mit der \(e\)-Funktion modelliert, da man damit leichter rechnen kann (v.a. Ableitung und Integral).

Aus der Beziehung \(a^x=e^{\ln(a)\cdot x}\) und der Funktionsgleichung \(N(t)=N_0\cdot a^t\) folgt für die Darstellung exponentiellen Wachstums zur Basis \(e\):

$$N(t)=N_0\cdot e^{\lambda\cdot t}$$

Darstellung

$$N(t)=N_0\cdot e^{\lambda\cdot t}$$

Dabei sind:

  • \(N(t)\): die Anzahl oder Größe eines Wertes nach der Zeit \(t\),
  • \(N_0\): die Anzahl oder Größe des Wertes nach der Zeit \(0\), also der Startwert,
  • \(\lambda=\ln(a)\): die Wachstums- oder Zerfallskonstante,
  • \(e\): die Eulersche Zahl.

Für \(\lambda\) gilt:

  • Wachstumsprozesse: \(a>1\) \(\Rightarrow\) \(\lambda>0\)
  • Zerfallsprozesse: \(a<1 \Rightarrow \lambda <0\)

Konvention

Oft wird die Wachstums- und die Zerfallskonstante \(\lambda\) immer positiv gewählt. Also hat man auch bei Zerfallsprozessen eine positive Zerfallskonstante; die Formel muss dann natürlich um ein Minuszeichen ergänzt werden: \(N(t)=N_0\cdot e^{-\lambda\cdot t}\).

Diese Konvention hat vor allem Vorteile bei der Berechnung der Halbwerts- und Verdopplungszeit.

Erklärung von Serlo Education e. V., lizenziert unter CC BY-SA 4.0 – Original bei Serlo, CC BY-SA 4.0, übernommen am 2026-09-03.

Schlau Fassung

Halbwertszeit und Verdopplungszeit

  • Die Verdopplungszeit ist die Zeit, nach der ein Bestand doppelt so groß ist. Man löst \(b^{t} = 2\) nach \(t\) auf: \(t = \dfrac{\ln 2}{\ln b}\).
  • Die Halbwertszeit ist das Gegenstück beim Zerfall: \(t = \dfrac{\ln 0{,}5}{\ln b}\).
  • Beide sind unabhängig vom Anfangswert – und das ist die eigentliche Aussage. Bei 1 kg oder 1 Tonne radioaktivem Material ist die Halbwertszeit dieselbe, weil der Zerfall relativ und nicht absolut abläuft.
  • Die 70er-Regel für den Kopf: Verdopplungszeit ≈ 70 geteilt durch die Wachstumsrate in Prozent. Bei 7 % also etwa 10 Jahre. Gut genug zum Abschätzen.
  • Anwendungen: Altersbestimmung mit dem Kohlenstoff-Isotop C-14 (Halbwertszeit 5 730 Jahre), Medikamentenabbau im Körper, Lagerung radioaktiver Abfälle, Zinseszins.

Aufgaben

  1. Ein Guthaben wächst mit 7 %. Verdopplungszeit im Kopf?
    LösungEtwa \(70 : 7 = 10\) Jahre.
  2. Berechne genau: \(t = \dfrac{\ln 2}{\ln 1{,}07}\).
    LösungEtwa 10,2 Jahre.
  3. Warum hängt die Halbwertszeit nicht von der Menge ab?
    LösungDer Zerfall verläuft relativ – es zerfällt immer derselbe Anteil je Zeiteinheit.

Weiterführende Aufgaben

  1. Bestimmt mit C-14, wie alt ein Fund ist, bei dem noch 25 % des ursprünglichen Anteils vorhanden sind.

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