Hormonsystem
- Warum braucht der Körper neben den Nerven noch eine zweite Steuerung?
- Wieso wirkt ein Hormon nur auf bestimmte Organe, obwohl es überall im Blut ist?
- Was bedeutet es, dass ein Regelkreis „negativ rückgekoppelt“ ist?
Themen in diesem Bereich
Was sind Hormone?
Hormone werden durch das Blut transportiert und sind Botenstoffe, welche zahlreiche Prozesse im Körper steuern.
Definition

Hormone sind biochemische Transmitter, welche in Drüsenzellen bestimmter Organsysteme produziert werden und bereits in geringer Konzentration wirksam sind. Sie binden nach den Schlüssel-Schloss-Prinzip an die Zellrezeptoren. Nicht nur Tiere, sondern auch Pflanzen besitzen Hormone zur Informationsweitergabe.
Es gibt zwei Hormontypen:
Peptidhormone sind Insulin, Glucagon sowie die Hypophysen- und Zwischenhirn-Hormone
Steroidhormone sind das Pheromon, Geschlechts- und Nebennierenhormone
Hormondrüsen des Menschen
Die folgende Tabelle zeigt, welche Hormondrüse welches Hormon überwiegend produziert
Funktionen einiger Hormone im Tagesverlauf
Erklärung von Serlo Education e. V., lizenziert unter CC BY-SA 4.0 – Original bei Serlo, CC BY-SA 4.0, übernommen am 2026-09-03.
Schlau Fassung
Das Hormonsystem
- Hormone sind Botenstoffe. Sie werden in Drüsen gebildet, ins Blut abgegeben und erreichen damit den ganzen Körper. Wirken können sie aber nur dort, wo eine Zelle den passenden Rezeptor trägt – wie ein Schlüssel, der nur in ein bestimmtes Schloss passt.
- Zwei Steuerungen, zwei Geschwindigkeiten. Das Nervensystem arbeitet mit elektrischen Signalen: schnell, gezielt, kurz. Das Hormonsystem arbeitet chemisch über das Blut: langsamer, aber breiter und länger anhaltend. Wachstum, Pubertät und Stoffwechsel lassen sich nicht mit einzelnen Nervenimpulsen regeln.
- Der Regelkreis ist das Grundmuster: Ein Sollwert wird durch einen Messfühler überwacht; weicht der Istwert ab, gibt eine Drüse ein Hormon ab, das den Wert zurückschiebt. Weil das Ergebnis die Ausschüttung wieder bremst, heißt das negative Rückkopplung.
- Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ist die Schaltstelle: Sie steuert im Auftrag des Zwischenhirns viele andere Drüsen. Deshalb wirkt sich eine Störung dort gleich auf mehrere Systeme aus.
- Zusammenspiel statt Gegensatz: Bei Stress meldet das Nervensystem sofort, das Hormon Adrenalin hält die Reaktion dann über Minuten aufrecht. Beide Systeme greifen ineinander.
Aufgaben
- Nenne zwei Unterschiede zwischen Nerven- und Hormonsystem.
Lösung
Signalart (elektrisch/chemisch) und Geschwindigkeit beziehungsweise Dauer der Wirkung; außerdem gezielt gegenüber körperweit. - Ein Hormon erreicht über das Blut jede Zelle. Warum reagiert trotzdem nur ein Organ?
Lösung
Nur Zellen mit dem passenden Rezeptor können das Hormon binden; ohne Rezeptor bleibt es wirkungslos. - Erkläre am Beispiel Heizung und Thermostat, was ein Regelkreis mit negativer Rückkopplung ist.
Lösung
Der Thermostat misst die Temperatur (Istwert) und vergleicht sie mit der Einstellung (Sollwert). Ist es zu kalt, heizt er; die steigende Temperatur schaltet die Heizung wieder ab – die Wirkung bremst die Ursache.
Weiterführende Aufgaben
- Zeichnet gemeinsam eine Körperumriss-Skizze und tragt die wichtigsten Hormondrüsen mit je einer Aufgabe ein.
- Vergleicht, welche Vorgänge in der Pubertät hormonell und welche nervlich gesteuert werden.