Mittelwert, Median und Spannweite
- Wann ist der Median aussagekräftiger als der Mittelwert?
- Was sagt die Spannweite?
Zum Ausprobieren: Mittelwert und Abweichung
Verschieben Sie einzelne Werte und beobachten Sie, wie Mittelwert und Median reagieren.
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Simulation von PhET Interactive Simulations, University of Colorado Boulder, lizenziert unter CC BY 4.0 (https://phet.colorado.edu)
Median
Der Median oder Zentralwert ist ein Mittelwert der Statistik. Er ist damit eine Alternative zum arithmetischen Mittel.
Beispiel
Finde Median der Zahlen \(\;30,\;\;7,\;\;5,\;\;24,\;\;14,\;\;18,\;\;4,\;\;500,\;27,\;1,\;19\;\)
Zunächst ordnen wir Zahlen nach der Größe:
$$\;1,\;\;4,\;\;5,\;\;7,\;\;14,\;\;18,\;\;19,\;\;24,\;27,\;30,\;500\;$$Nun streichen wir jedes Mal die äußeren zwei Werte weg:
\(\begin{array}{cccccccc}\;\cancel{1},\;\;4,\;\;5,\;\;7,\;\;14,\;\;18,\;\;19,\;\;24,\;\;27,\;\;30,\;\;\cancel{500}\;\\\phantom{\;\;1,\;}\;\cancel{4},\;\;5,\;\;7,\;\;14,\;\;18,\;\;19,\;\;24,\;\;27,\;\;\cancel{30}\phantom{,\;\;500\;}\\\phantom{\;1,\;\;4,\;\;}\cancel{5},\;\;7,\;\;14,\;\;18,\;\;19,\;\;24,\;\;\cancel{27}\phantom{,\;\;30,\;\;500\;}\\\phantom{\;1,\;\;4,\;\;5,\;\;}\cancel{7},\;\;14,\;\;18,\;\;19,\;\;\cancel{24}\phantom{,\;\;27,\;\;30,\;\;500\;}\\\phantom{\;1,\;\;4,\;\;5,\;\;7,\;\;}\cancel{14},\;\;18,\;\;\cancel{19}\phantom{,\;\;24,\;\;27,\;\;30,\;\;500\;}\\\phantom{\;1,\;\;4,\;\;5,\;\;7,\;\;14,\;\;}18\phantom{,\;\;19,\;\;24,\;\;27,\;\;30,\;\;500\;}\end{array}\)
Also ist \(18\) der Median der Zahlen \(\;1,\;\;4,\;\;5,\;\;7,\;\;14,\;\;18,\;\;19,\;\;24,\;27,\;30,\;500\;\).
Berechnung
Wenn man also eine ungerade Anzahl an Zahlen oder Werten hat, so kann man genauso wie in Beispiel 1 vorgehen. Du musst einfach immer den größten und den kleinsten Wert streichen. Der Median ist dann eindeutig.
Bei einer geraden Anzahl an Zahlen oder Werten bleiben nach dem Durchstreichen der äußeren Zahlen zwei Zahlen \({\mathrm m}_1\;\mathrm{und}\;{\mathrm m}_2\) in der Mitte übrig.
Dann kann man den Median als arithmetisches Mittel der beiden berechnen:
\(\,\ \mathrm m\;=\;\frac{{\mathrm m}_1+{\mathrm m}_2}2\) .
Übungsaufgaben:
Vergleich mit arithmetischen Mittel
Im Vergleich zum arithmetischen Mittel ist der Median weniger anfällig für Ausreißer (Werte, die entweder extrem groß oder extrem klein im Vergleich zu den restlichen sind). Sehr große und sehr kleine Werte haben also keine Auswirkungen auf den Median.
Zum Beispiel ist der Median von \(1\), \(2\), \(3\) gleich zwei und damit identisch zum arithmetischen Mittel. Wird nun einer der Randwerte noch kleiner bzw. größer, ändert sich der Median nicht. Das arithmetische Mittel kann sich aber stark ändern.
Wird zum Beispiel die \(3\) durch eine \(9\) ersetzt, ist das arithmetische Mittel \(4\) statt \(2\).
Anwendung
Wegen der oben beschriebenen Stabilität wird der Median benutzt, wenn Abweichungen erwartet werden. Bei der Auswertung von Experimenten kommen diese durch Messfehler zum Beispiel oft vor.
Wenn die Messwerte hingegen nahe beieinander liegen, wird das arithmetische Mittel bevorzugt.
Median von Verteilungen
Weiterführend kann man den Median auch für Zufallsvariablen \(X\) und deren Verteilungsfunktion \(F_X\) definieren. In diesem Fall sind Mediane alle Elemente der Menge
\(\{m \in \mathbb{R}\; |\; P(X\le m)\ge\frac12 \text{und}\; P(X\ge m)\ge\frac12 \}\)
Alternativ kann man den Median über die inverse Verteilungsfunktion definieren. In diesem Fall ist \(m=F^{-1}(\frac12)\)
Erklärung von Serlo Education e. V., lizenziert unter CC BY-SA 4.0 – Original bei Serlo, CC BY-SA 4.0, übernommen am 2026-09-03.
Schlau Fassung
Kennwerte einer Datenreihe
- Arithmetisches Mittel (Durchschnitt): alle Werte addieren, durch die Anzahl teilen.
- Median (Zentralwert): Werte der Größe nach ordnen; der mittlere Wert ist der Median. Bei gerader Anzahl nimmt man den Durchschnitt der beiden mittleren.
- Modalwert: der am häufigsten vorkommende Wert.
- Spannweite: größter minus kleinster Wert – sie sagt, wie weit die Daten streuen, nicht wo ihre Mitte liegt.
- Der entscheidende Unterschied: Der Mittelwert reagiert stark auf Ausreißer, der Median kaum. Deshalb wird bei Einkommen, Mieten und Immobilienpreisen fast immer der Median angegeben.
- Wer nur einen Kennwert nennt, verschweigt etwas. Erst Mitte und Streuung beschreiben eine Datenreihe.
Aufgaben
- Werte: 4, 7, 5, 9, 5. Bestimme Mittelwert, Median, Modalwert und Spannweite.
Lösung
Mittelwert 6; geordnet 4,5,5,7,9 → Median 5; Modalwert 5; Spannweite 5. - Neun Personen verdienen 2 000 €, eine 20 000 €. Mittelwert und Median?
Lösung
3 800 € und 2 000 € – der Median beschreibt die Belegschaft besser. - Zwei Klassen haben denselben Notendurchschnitt, aber sehr verschiedene Spannweiten. Was bedeutet das?
Lösung
In der einen liegen die Leistungen dicht beieinander, in der anderen weit auseinander.
Weiterführende Aufgaben
- Recherchiere das mittlere Einkommen in Deutschland als Mittelwert und als Median. Warum unterscheiden sich die Zahlen so stark?