Kurzgeschichten
Literatur verstehen
Klasse 8, 9
- Woran erkennt man eine Kurzgeschichte?
- Warum enden Kurzgeschichten oft offen?
Themen in diesem Bereich
Schlau Fassung
Die Kurzgeschichte
- Die Kurzgeschichte entstand nach 1945 als kurze Prosaform, die einen Ausschnitt aus einem Leben zeigt – meist einen entscheidenden Augenblick.
- Merkmale: unvermittelter Anfang, wenige Figuren, kurzer Zeitraum, alltägliche Sprache, offenes Ende, ein Wendepunkt.
- Unvermittelter Anfang: Der Leser wird mitten hineingeworfen, ohne Vorgeschichte. Was vorher war, muss man erschließen.
- Offenes Ende: Die Geschichte hört auf, ohne aufzulösen. Das ist kein Mangel – der Leser soll weiterdenken.
- Alltägliche Figuren in gewöhnlichen Situationen: Genau darin liegt die Wirkung, weil es jeden treffen könnte.
- Bekannte Beispiele: Wolfgang Borcherts „Das Brot“ und „Nachts schlafen die Ratten doch“, Heinrich Bölls „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“.
Aufgaben
- Nenne vier Merkmale der Kurzgeschichte.
Lösung
Unvermittelter Anfang, wenige Figuren, kurzer Zeitraum, offenes Ende. - Warum ist ein offenes Ende kein Mangel?
Lösung
Es zwingt zum Weiterdenken und lässt mehrere Deutungen zu. - Was unterscheidet die Kurzgeschichte vom Märchen?
Lösung
Alltag statt Wunder, offenes statt gutes Ende, keine feste Formel.
Weiterführende Aufgaben
- Schreibe drei mögliche Fortsetzungen zu einem offenen Ende und begründe, welche am besten zum Text passt.
- Vergleiche zwei Kurzgeschichten: Wo liegt jeweils der Wendepunkt?