Offener Anfang und offenes Ende

Literatur verstehen Klasse 8
  • Was leistet ein unvermittelter Anfang?
  • Wie deutet man ein offenes Ende?

Schlau Fassung

Anfang und Ende

  • Der unvermittelte Anfang setzt mitten in die Handlung ein: „Plötzlich wachte sie auf.“ Ort, Zeit und Vorgeschichte fehlen zunächst.
  • Das erzeugt Nähe – der Leser ist so ahnungslos wie die Figur – und zwingt ihn, aktiv mitzudenken.
  • Das offene Ende löst den Konflikt nicht auf. Es hört an einer Stelle auf, an der die Entscheidung noch aussteht.
  • Deuten heißt hier: begründete Möglichkeiten nennen, nicht die eine Wahrheit behaupten. „Der Text lässt offen, ob …; die Andeutung in Zeile … spricht eher dafür, dass …“
  • Was nicht im Text steht, darf man nicht erfinden – man darf nur schließen, wofür es Hinweise gibt.
  • Genau darin liegt die Wirkung: Die Geschichte hört auf, aber sie beschäftigt weiter.

Aufgaben

  1. Warum erfährt man am Anfang so wenig?
    LösungDamit der Leser mitten in der Situation steht und selbst erschließt.
  2. Formuliere eine Deutung eines offenen Endes vorsichtig.
    Lösung„Der Text lässt offen, ob … – die Andeutung in Zeile … legt jedoch nahe, dass …“
  3. Was darf man beim Deuten nicht tun?
    LösungEtwas behaupten, wofür der Text keinen Hinweis gibt.

Weiterführende Aufgaben

  1. Schreibe zu einer Kurzgeschichte zwei Deutungen des Endes – beide mit Belegen.

Verwandte Themen