Die Veresterung

Übergreifend Klasse 10
  • Was passiert bei der Veresterung genau?
  • Warum braucht man Schwefelsäure dabei?

Veresterung

Ein Ester bildet sich, wenn ein Alkohol und eine organische oder anorganische Säure (z.B. Carbonsäure) unter Abspaltung von Wasser miteinander reagieren, wobei die Reaktion nur säurekatalysiert ablaufen kann, d. h. es müssen Protonen (H+) vorhanden sein.

Die Reaktion ist eine Gleichgewichts- und Kondensationsreaktion, der Ablauf ist folgender:

Mechanismus der Säurekatalysierten Esterbildung

Esterbildung

Erläuterung der Teilschritte

  1. Ein Proton (H+) lagert sich an das negativ polarisierte Carbonyl-Sauerstoffatom der Carbonsäure an, die positive Ladung wird auf das Carbonyl-Kohlenstoffatom verschoben, es bildet sich ein Carbokation, das leicht von Nukleophilen angegriffen werden kann.

  2. Ein Alkohol lagert sich an die Carbonsäure an, dabei wird eine kovalente Bindung zwischen dem negativ polarisierten, nukleophilen Sauerstoffatom der Hydroxylgruppe des Alkohols und dem positiv geladenen, elektrophilen Kohlenstoffatom der Carbonsäure gebildet, und die positive Ladung verschiebt sich auf das Sauerstoffatom des Alkohols (was dem stark elektronegativen, elektronenziehendem Sauerstoff nicht gefällt und das Molekül sehr instabil macht).

  3. Das positiv geladene Sauerstoffatom will die positive Ladung loswerden und gibt daher ein Proton (H+) ab, dieses lagert sich an das nächstliegende Sauerstoffatom an, woraufhin dieses die positive Ladung bekommt.
  4. An das nun positiv geladene Sauerstoffatom sind bereits zwei Wasserstoffatome gebunden, für den Sauerstoff ist es also kein Problem, sich das Elektronenpaar zu schnappen, mit dem er an das Kohlenstoffatom gebunden ist und sich so als (ungeladenes) Wassermolekül (H₂O) vom Rest des Moleküls abzuspalten. Die positive Ladung ist nun wieder am Kohlenstoffatom, wo sie zu Beginn schon einmal war.
  5. Das Molekül ist auch mit der positiven Ladung am Kohlenstoff nicht wirklich stabil, daher wird ein Proton (H+) von der noch vorhandenen Hydroxylgruppe abgespalten (die Umkehrreaktion von Schritt 1): Wir haben einen Ester erhalten!

Erklärung von Serlo Education e. V., lizenziert unter CC BY-SA 4.0 – Original bei Serlo, CC BY-SA 4.0, übernommen am 2026-09-03.

Schlau Fassung

Die Veresterung

  • Carbonsäure + Alkohol ⇌ Ester + Wasser. Die Säure gibt ihre OH-Gruppe ab, der Alkohol sein H – zusammen ergeben sie Wasser. Es ist eine Kondensationsreaktion.
  • Beispiel: Essigsäure + Ethanol → Essigsäureethylester + Wasser. Der Ester riecht deutlich nach Klebstoff oder Nagellackentferner.
  • Konzentrierte Schwefelsäure hat zwei Aufgaben: Sie katalysiert die Reaktion und sie entzieht das entstehende Wasser. Nach Le Chatelier verschiebt das Wegnehmen des Produkts das Gleichgewicht zur Esterseite – die Ausbeute steigt.
  • Die Reaktion ist umkehrbar. Ohne Wasserentzug bleibt viel Ausgangsstoff übrig; mit Wasser und Säure läuft sie rückwärts (Hydrolyse). Mit Lauge heißt die Rückreaktion Verseifung – so entsteht Seife aus Fett.
  • Benennung: Säurename + Alkoholname + „-ester“, oder als „…yl…at“: Essigsäureethylester = Ethylacetat.

Aufgaben

  1. Was entsteht neben dem Ester?
    LösungWasser.
  2. Welche zwei Aufgaben hat die Schwefelsäure?
    LösungSie wirkt als Katalysator und entzieht das Wasser.
  3. Wie heißt die Rückreaktion mit Lauge?
    LösungVerseifung.

Weiterführende Aufgaben

  1. Stellt zwei Ester her und lasst die Klasse die Gerüche zuordnen. Prüft, ob der jeweilige Stoff in einem Aromastoff-Verzeichnis auftaucht.

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