Die Ionenbindung
- Wie entsteht eine Ionenbindung?
- Warum sind Salzkristalle spröde?
Ionenbindung
Die Ionenbindung kommt durch Reaktion von Metallatomen mit Nichtmetallatomen zustande. Das Metallatom gibt dabei seine Außenelektronen (=Valenzelektronen) ab, das Nichtmetallatom nimmt zur Auffüllung der äußeren Schale diese Elektronen auf.
Damit erreichen beide Atome ihre Edelgaskonfiguration.
Es entstehen dabei positiv geladene Ionen (Kationen) und negativ geladene Ionen (Anionen). Diese ziehen sich durch elektrostatische Wechselwirkungen gegenseitig an. Es entsteht ein Ionengitter. Diese werden auch Salzkristall genannt.

Quelle: Roland.chem, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Obwohl das Ionengitter aus geladenen Teilchen (den Ionen) besteht, ist es nach außen hin ungeladen. Dies lässt sich mit der Verhältnisformel erklären.
Die Verhältnisformel
In einem Salzkristall muss die Anzahl an negativen Ladungen und die an positiven Ladungen in der Summe 0 ergeben. Nur so ist das Salz nach außen hin auch ungeladen.
Die Verhältnisformel gibt das Verhältnis von Metallionen (also positiven Kationen) zu Nichtmetallionen (also negativen Anionen) an.
Beispiele:
- Natriumchlorid: \(NaCl\) (Im Verhältnis 1:1)
- Beteiligte Ionen: \(Na^+\) \(Cl^-\)
- Rechnung: \(1\ \cdot\ \left(+1\right)\ +\ 1\cdot\left(-1\right)\ =0\)
- Magnesiumsulfid: \(MgS\) (Im Verhältnis 1:1)
- Beteiligte Ionen: \(Mg^{2+}\ \ S^{2-}\)
- Rechnung: \(1\cdot\left(+2\right)+1\cdot\left(-2\right)=0\)
- Natriumoxid: \(Na_2O\) (Im Verhältnis 2:1)
- Beteiligte Ionen: \(2Na^+\ \ \ O^{2-}\ \)
- Rechnung: \(2\cdot\left(+1\right)\ +\ 1\cdot\left(-2\right)\ =\ 0\)
Warum die Ionen unterschiedliche Ladungen haben, kannst du in dem Artikel "Ionenladung" nachlesen.
Erklärung von Serlo Education e. V., lizenziert unter CC BY-SA 4.0 – Original bei Serlo, CC BY-SA 4.0, übernommen am 2026-09-03.
Schlau Fassung
Die Ionenbindung
- Ein Metallatom gibt Elektronen ab und wird zum Kation; ein Nichtmetallatom nimmt sie auf und wird zum Anion.
- Beispiel: \(\mathrm{Na} \to \mathrm{Na^+} + e^-\) und \(\mathrm{Cl} + e^- \to \mathrm{Cl^-}\). Beide haben danach eine volle Außenschale.
- Die entgegengesetzt geladenen Ionen ziehen sich an und ordnen sich zu einem regelmäßigen Ionengitter.
- Deshalb gibt es keine „NaCl-Moleküle“: Die Formel gibt nur das Verhältnis an – im Kristall sitzen unzählige Ionen.
- Eigenschaften: hoher Schmelzpunkt (das Gitter ist stark), hart, aber spröde: Verschiebt man eine Schicht, treffen gleiche Ladungen aufeinander und stoßen sich ab – der Kristall zerspringt.
- Leitfähigkeit nur in Schmelze oder Lösung, weil erst dann die Ionen beweglich sind.
Aufgaben
- Welches Ion bildet Chlor?
Lösung
\(\mathrm{Cl^-}\). - Warum ist ein Salzkristall spröde?
Lösung
Beim Verschieben stoßen sich gleiche Ladungen ab. - Wann leitet Kochsalz Strom?
Lösung
Gelöst oder geschmolzen.
Weiterführende Aufgaben
- Baut ein Modell des Natriumchlorid-Gitters und zeigt daran die Sprödigkeit.