Filmanalyse

Sachtexte und Medien Klasse 8, 9, 10
  • Warum genügt es nicht, die Handlung nachzuerzählen?
  • Mit welchen Mitteln erzählt ein Film, die ein Buch nicht hat?
  • Wie schreibt man über eine Szene, ohne sie nur zu beschreiben?

Themen in diesem Bereich

Schlau Fassung

Filmanalyse

  • Ein Film wird nicht nacherzählt, sondern gelesen. Die Handlung ist das Was; die Analyse fragt nach dem Wie – und das Wie steckt in Bild, Schnitt und Ton, nicht im Dialog.
  • Vier Ebenen arbeiten zusammen: Kamera (Einstellungsgröße, Perspektive, Bewegung), Montage (Schnitt, Tempo, Reihenfolge), Ton (Sprache, Geräusch, Musik) und Mise-en-scène (Licht, Farbe, Ausstattung, Figurenführung).
  • Jede Entscheidung ist eine Aussage. Eine Figur von unten gefilmt wirkt mächtig, von oben klein – dieselbe Person, dieselbe Szene, andere Bedeutung. Nichts davon geschieht zufällig.
  • Dieselben drei Schritte wie bei den rhetorischen Mitteln: Benennen (welches Mittel), Belegen (welche Szene, welche Minute), Deuten (welche Wirkung hier).
  • Das Sequenzprotokoll ist das Werkzeug: eine Tabelle mit Zeit, Einstellungsgröße, Perspektive, Bewegung, Ton und Inhalt. Erst wer eine Szene verlangsamt zerlegt, sieht, was ihm beim Zuschauen nur aufgefallen ist.
  • Warum das im Deutschunterricht steht: Film ist die Erzählform, mit der Jugendliche am meisten Zeit verbringen. Sie zu durchschauen ist dieselbe Fähigkeit wie das Lesen eines Textes – nur an einem anderen Medium.

Aufgaben

  1. Nenne die vier Ebenen der Filmanalyse.
    LösungKamera, Montage, Ton, Mise-en-scène.
  2. Was bewirkt eine Untersicht (Kamera von unten)?
    LösungDie Figur wirkt größer, mächtiger, bedrohlicher.
  3. Warum ist Nacherzählen keine Analyse?
    LösungSie gibt nur das Was wieder; die Analyse fragt nach dem Wie und seiner Wirkung.

Weiterführende Aufgaben

  1. Seht eine Szene zweimal – einmal ohne Ton, einmal nur mit Ton bei schwarzem Bild. Was erzählt jede Hälfte für sich?

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