Schnitt und Montage
Sachtexte und Medien
Klasse 9
- Warum merkt man den meisten Schnitten nichts an?
- Wie erzeugt Montage eine Bedeutung, die in keinem Bild steckt?
Schlau Fassung
Schnitt und Montage
- Schnitt ist die Verbindung zweier Einstellungen, Montage ihre Ordnung. Der Schnitt ist das Handwerk, die Montage die Erzählung.
- Der unsichtbare Schnitt ist der Normalfall des Erzählkinos: Er folgt Blick und Bewegung, sodass der Zuschauer ihn nicht bemerkt und in der Geschichte bleibt.
- Die Schnittfrequenz macht das Tempo. Lange Einstellungen wirken ruhig und lassen Zeit zum Sehen; schnelle Schnittfolgen erzeugen Hektik und Anspannung – in Actionszenen oft im Sekundentakt.
- ⛔ Bedeutung entsteht ZWISCHEN den Bildern. Gesicht + Essen ergibt Hunger; dasselbe Gesicht + Sarg ergibt Trauer. Das Gesicht ist identisch – die Bedeutung kommt allein aus der Verbindung. Dieser Befund (der „Kuleschow-Effekt“) ist die Grundlage der ganzen Filmsprache.
- Die Parallelmontage schneidet zwischen zwei gleichzeitigen Handlungen hin und her und erzeugt so Spannung; die Rückblende unterbricht die Zeitfolge.
- Übergänge sprechen mit: der harte Schnitt (nüchtern), die Überblendung (Zeit vergeht), die Schwarzblende (Abschluss eines Abschnitts).
Aufgaben
- Was bewirkt eine hohe Schnittfrequenz?
Lösung
Tempo, Hektik, Anspannung. - Erkläre am Beispiel, wie Bedeutung zwischen zwei Bildern entsteht.
Lösung
Dasselbe Gesicht wirkt nach dem Bild von Essen hungrig, nach dem Bild eines Sargs traurig. - Wozu dient die Parallelmontage?
Lösung
Sie zeigt zwei gleichzeitige Handlungen im Wechsel und erzeugt Spannung.
Weiterführende Aufgaben
- Zählt in einer Actionszene und einer ruhigen Szene die Schnitte pro Minute. Wie groß ist der Unterschied?