Wasser als Lösungsmittel

Stoffe & Eigenschaften Klasse 7, 8
  • Was passiert beim Lösen von Salz auf Teilchenebene?
  • Warum heißt Wasser das „universelle Lösungsmittel“?

Lösungsvorgang von Salzen in Wasser

Salze haben in Wasser eine sehr hohe Löslichkeit. Du kennst das vielleicht, wenn du schon einmal eine Suppe gesalzen hast, das Salz löst sich in der Suppe und liegt nicht körnig vor.

Im Folgenden wollen wir uns anschauen, wie genau der Lösungsvorgang von Salzen in Wasser aussieht.

Die beteiligten Teilchen

Wassermoleküle sind Dipole, das heißt, sie besitzen positive und negative Partialladungen (\(\delta\)). Diese entstehen durch die unterschiedlichen Elektronegativitäten der Atome.

Salze bestehen aus Ionen, welche in einem Ionengitter angeordnet sind. Das heißt, sie setzen sich aus positiv geladenen Kationen und negativ geladenen Anionen zusammen.

Der Lösungsvorgang

Gibt man Salzkristalle in Wasser, richten sich die Wassermoleküle so aus, dass positive Teilladungen an Anionen haften und negative Teilladungen an Kationen.

Durch die Wechselwirkungen zwischen den Wassermolekülen und den Ionen, werden die Ionen langsam aus dem Gitter gezogen.

Dafür muss die Bindungsenergie zwischen den Ionen überwunden werden. Diese Energie heißt auch Gitterenergie.

Zuletzt werden die gelösten Ionen von Wassermolekülen umgeben. Das nennt man die Hydrathülle.

Diesen Schritt nennt man auch Hydratation. Hier wird Energie frei. Diese Energie heißt Hydrationsenergie.

Bedeutung der Energiebeträge

Mithilfe der Hydrationsenergie und der Gitterenergie kann berechnet werden, ob beim Lösungsvorgang Energie frei wird, oder ob Energie aufgenommen wird.

Wird Energie frei, spricht man von einer exothermen Reaktion. Das Reaktionsgemisch erwärmt sich.

Wird Energie aufgenommen, spricht man von einer endothermen Reaktion. Das Reaktionsgemisch kühlt ab.

Passiert nichts von beidem, bleibt die Temperatur gleich.

Um festzustellen, ob die Reaktion endotherm oder exotherm abläuft, wird der Betrag der Gitterenergie vom Betrag der Hydratationsenergie abgezogen.

$$Hydratationsenergie\ -\ Gitterenergie\ <\ 0$$

Ist das Ergebnis negativ, wird Energie aufgenommen, die Reaktion ist endotherm, die Umgebung kühlt ab.

, die Umgebung kühlt ab.

$$Hydratationsenergie\ -\ Gitterenergie\ >\ 0\ $$

Ist das Ergebnis positiv, wird Energie abgegeben, die Reaktion ist exotherm, die Umgebung wärmt sich auf.

$$Hydratationsenergie\ -\ Gitterenergie\ =\ 0$$

Ist das Ergebnis Null, wird Energie weder aufgenommen noch abgegeben. Die Reaktion ändert die Temperatur nicht.

Erklärung von Serlo Education e. V., lizenziert unter CC BY-SA 4.0 – Original bei Serlo, CC BY-SA 4.0, übernommen am 2026-09-03.

Schlau Fassung

Wasser als Lösungsmittel

  • Beim Lösen von Kochsalz lagern sich die Wasser-Dipole an die Ionen im Kristall: das negative Sauerstoffende an die Natrium-Ionen, die positiven Wasserstoffenden an die Chlorid-Ionen. So werden sie aus dem Gitter herausgezogen und von einer Wasserhülle umgeben – man nennt das Hydratation.
  • Die Ionen verschwinden nicht, sie verteilen sich. Deshalb leitet Salzwasser den Strom, reines Wasser dagegen kaum.
  • Und deshalb lässt sich Salz zurückgewinnen: Verdampft das Wasser, bleiben die Ionen und bilden wieder Kristalle. Lösen ist ein physikalischer Vorgang, keine chemische Reaktion.
  • Wasser löst sehr vieles – Salze, Zucker, Alkohol, Gase – und heißt deshalb „universelles Lösungsmittel“. Alles löst es nicht: Fette, Öle und Wachse bleiben außen vor.
  • Für den Körper ist das die Grundlage: Blut, Speichel und Zellflüssigkeit sind wässrige Lösungen. Nährstoffe müssen gelöst sein, um transportiert zu werden.

Aufgaben

  1. Was bedeutet Hydratation?
    LösungDie Ionen werden von einer Hülle aus Wassermolekülen umgeben.
  2. Warum leitet Salzwasser Strom?
    LösungEs enthält frei bewegliche Ionen.
  3. Ist Lösen eine chemische Reaktion?
    LösungNein – es ist ein physikalischer Vorgang, der Stoff lässt sich zurückgewinnen.

Weiterführende Aufgaben

  1. Löst Salz in Wasser, messt die Leitfähigkeit und dampft die Lösung ein. Vergleicht die zurückgewonnene Masse mit der eingesetzten.

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