Chancen, Risiken und Regeln

Genetik und Evolution Klasse 10
  • Wie bewertet man eine Technik sachlich?
  • Wer entscheidet, was erlaubt ist?

Schlau Fassung

Chancen, Risiken und Regeln

  • „Ist Gentechnik gut oder schlecht?“ ist keine beantwortbare Frage. Sie ist ein Werkzeug. Beurteilen lässt sich nur eine bestimmte Anwendung – Insulin, Bt-Mais und ein Eingriff in menschliche Keimzellen sind völlig verschiedene Fälle.
  • Vier Fragen an jede Anwendung: Was ist der Nutzen und für wen? Welche Risiken, wie wahrscheinlich, wie umkehrbar? Gibt es eine Alternative? Wer entscheidet, und wer trägt die Folgen?
  • Umkehrbarkeit ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Ein Bakterium im geschlossenen Fermenter ist eingegrenzt; eine ausgekreuzte Pflanze und ein vererbbarer Eingriff beim Menschen sind es nicht.
  • Die Regeln in Deutschland: Das Gentechnikgesetz kennt vier Sicherheitsstufen, verlangt Genehmigungen und Kennzeichnung. Das Embryonenschutzgesetz verbietet den vererbbaren Eingriff beim Menschen.
  • Entschieden wird nicht im Labor. Was technisch möglich ist, sagt die Naturwissenschaft; was erlaubt sein soll, entscheidet die Gesellschaft über Gesetze – beraten von Ethikkommissionen.
  • Für eine gute Diskussion braucht es beides: die Sachkenntnis, um Behauptungen zu prüfen, und die Bereitschaft, die Werte offenzulegen, aus denen das eigene Urteil kommt.

Aufgaben

  1. Warum ist die Frage „gut oder schlecht“ so nicht zu beantworten?
    LösungGentechnik ist ein Werkzeug; beurteilen lässt sich nur die einzelne Anwendung.
  2. Nenne die vier Prüffragen.
    LösungNutzen für wen? Risiken und Umkehrbarkeit? Alternative? Wer entscheidet und trägt die Folgen?
  3. Was verbietet das Embryonenschutzgesetz?
    LösungDen vererbbaren Eingriff in menschliche Keimzellen.

Weiterführende Aufgaben

  1. Beurteilt drei Anwendungen (Insulin, Bt-Mais, Keimbahneingriff) mit denselben vier Fragen. Kommt ihr zu drei verschiedenen Urteilen?

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