Was wir teilen sollten
Zusammenleben gestalten
Klasse 9, 10
- Wie weit reicht die Pflicht zu helfen?
- Muss ich Fremden helfen?
Schlau Fassung
Was wir teilen sollten
- Die Frage ist alt und unbequem: Wenn ich etwas übrig habe und andere das Nötigste nicht – wie viel schulde ich ihnen?
- Peter Singer hat sie zugespitzt: Wer ein Kind in einem flachen Teich ertrinken sieht, rettet es – auch wenn die Schuhe kaputtgehen. Warum, fragt er, wiegt Entfernung dann so viel, wenn Menschen anderswo sterben?
- Dagegen wird eingewandt: Nähe schafft Pflichten. Für die eigene Familie, die Nachbarschaft und die eigene Gesellschaft ist man mehr zuständig als für alle Menschen gleichermaßen.
- Ein zweiter Einwand: Wer alles abgibt, hilft am Ende weniger. Eine Pflicht, die niemand erfüllen kann, wird ignoriert – auch von denen, die etwas tun würden.
- Zwischen beidem liegt ein Feld, in dem sich vernünftig streiten lässt: über einen Anteil, der zumutbar ist, und über den Unterschied zwischen dem, was Pflicht ist, und dem, was lobenswert darüber hinausgeht.
- Der Lehrplan will hier keine Antwort. Er will, dass die Frage nicht mit „Kann man nichts machen“ endet.
Aufgaben
- Welches Beispiel benutzt Peter Singer?
Lösung
Das ertrinkende Kind im flachen Teich. - Nenne den Einwand, der mit Nähe argumentiert.
Lösung
Für Nahestehende ist man stärker zuständig als für alle gleichermaßen. - Was ist der Unterschied zwischen Pflicht und lobenswertem Handeln?
Lösung
Pflicht ist geschuldet, darüber hinaus ist es freiwillig.
Weiterführende Aufgaben
- Legt begründet einen Anteil fest, den ihr für zumutbar haltet – und prüft, ob eure Begründung auch für andere gilt.