Was ist das Gewissen?

Richtig handeln Klasse 9, 10
  • Ist das Gewissen eine Stimme oder ein Gefühl?
  • Haben alle Menschen eines?

Schlau Fassung

Was ist das Gewissen?

  • In der Alltagssprache heißt es „die innere Stimme“. Das ist ein Bild – gehört wird nichts. Beschrieben wird damit ein Urteil, das ohne Nachdenken auftritt.
  • Drei Deutungen stehen nebeneinander: eine religiöse (Gott spricht im Gewissen), eine philosophische (die Vernunft prüft die eigenen Maximen – so Kant) und eine psychologische (verinnerlichte Erwartungen der Erziehung).
  • Alle drei erklären dieselbe Erfahrung verschieden. Man muss sich nicht entscheiden, um zu bemerken, dass sie unterschiedliche Folgen haben – etwa für die Frage, ob das Gewissen unfehlbar ist.
  • Ein Gewissen entsteht offenbar mit: Kleine Kinder haben noch keines im vollen Sinn; es bildet sich mit dem Verständnis dafür, dass andere ebenso empfinden.
  • Fehlt es weitgehend, spricht die Psychologie von Empathiestörungen – das ist kein alltäglicher Vorwurf, sondern eine seltene Diagnose. Im Streit ist „Du hast kein Gewissen“ meist nur eine Beleidigung.

Aufgaben

  1. Nenne die drei Deutungen des Gewissens.
    LösungReligiös, philosophisch, psychologisch.
  2. Wie beschreibt Kant das Gewissen?
    LösungAls Prüfung der eigenen Maximen durch die Vernunft.
  3. Warum haben kleine Kinder noch kein Gewissen im vollen Sinn?
    LösungEs bildet sich erst mit dem Verständnis für das Empfinden anderer.

Weiterführende Aufgaben

  1. Ordnet drei Aussagen über das Gewissen den drei Deutungen zu und prüft, welche Folgen jede für die Frage der Unfehlbarkeit hat.

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