Vernunft und Glaube
Sinn und Lebensfragen
Klasse 9, 10
- Schließen sich Glauben und Wissen aus?
- Kann man Gott beweisen?
Schlau Fassung
Vernunft und Glaube
- Der Lehrplan nennt dieses Verhältnis ausdrücklich. Häufig wird es als Gegensatz dargestellt – das trifft es nicht ganz.
- Wissen beruht auf Prüfung und Begründung. Glauben im religiösen Sinn ist ein Vertrauen, das über das Prüfbare hinausgeht. Es widerspricht der Vernunft nicht notwendig – es beantwortet andere Fragen.
- Es gab viele Versuche, Gott zu beweisen (etwa das Argument vom ersten Beweger oder vom Weltenbau). Jeder wurde ebenso gründlich kritisiert, unter anderem von Kant, der zeigte, dass die Vernunft hier an ihre Grenze stößt.
- Das gilt in beide Richtungen: Weder die Existenz noch die Nichtexistenz Gottes lässt sich beweisen. Deshalb ist Agnostizismus – die Haltung, es nicht wissen zu können – eine eigene ernstzunehmende Position.
- Streit entsteht dort, wo eine Seite ihren Bereich verlässt: wenn religiöse Aussagen naturwissenschaftliche Erklärungen ersetzen sollen, oder wenn aus Naturwissenschaft eine Weltanschauung gemacht wird, die alle anderen Fragen für sinnlos erklärt.
- Der Unterricht bezieht hier keine Stellung. Er verlangt nur, dass Behauptungen kenntlich sind: Was ist prüfbar, was ist Deutung, was ist Bekenntnis?
Aufgaben
- Worauf beruht Wissen, worauf religiöser Glaube?
Lösung
Wissen auf Prüfung und Begründung, Glaube auf Vertrauen über das Prüfbare hinaus. - Was zeigte Kant zu den Gottesbeweisen?
Lösung
Dass die Vernunft hier an ihre Grenze stößt. - Was besagt der Agnostizismus?
Lösung
Dass man es nicht wissen kann.
Weiterführende Aufgaben
- Sortiert zehn Aussagen in prüfbar, Deutung und Bekenntnis – und diskutiert die Zweifelsfälle.