Leben ohne Religion

Sinn und Lebensfragen Klasse 9, 10
  • Braucht man Religion, um gut zu leben?
  • Woher kommen Werte ohne Glauben?

Schlau Fassung

Leben ohne Religion

  • Ein erheblicher Teil der Menschen in Deutschland gehört keiner Religionsgemeinschaft an. Die Frage ist deshalb keine theoretische.
  • Zu unterscheiden sind drei Haltungen: Atheismus (es gibt keinen Gott), Agnostizismus (es ist nicht zu wissen) und Konfessionslosigkeit (keine Zugehörigkeit, unabhängig vom Glauben).
  • Werte lassen sich auch ohne Religion begründen: aus der Vernunft (Kant), aus den Folgen für alle Betroffenen (Utilitarismus), aus dem Mitgefühl oder aus dem Vertrag, den vernünftige Menschen miteinander schließen würden.
  • Empirisch zeigt sich: Menschen ohne Religion handeln nicht schlechter. Der Zusammenhang zwischen Glaube und moralischem Verhalten ist schwächer, als beide Seiten oft annehmen.
  • Was Religionen zusätzlich bieten, ist schwerer zu ersetzen: Gemeinschaft, Rituale an den Wendepunkten des Lebens und Trost. Auch säkulare Gesellschaften entwickeln dafür Formen – Feiern, Gedenktage, Vereine.
  • Für den Unterricht gilt beides gleich: Niemand muss sich für seine Haltung rechtfertigen, und niemand darf sie anderen abverlangen.

Aufgaben

  1. Unterscheide Atheismus, Agnostizismus und Konfessionslosigkeit.
    LösungKein Gott – nicht wissbar – keine Zugehörigkeit.
  2. Nenne zwei Begründungen von Werten ohne Religion.
    LösungZum Beispiel Vernunft (Kant) und die Folgen für alle Betroffenen.
  3. Was ist an Religion schwerer zu ersetzen als ihre Moral?
    LösungGemeinschaft, Rituale und Trost.

Weiterführende Aufgaben

  1. Entwerft ein Ritual für einen Wendepunkt im Leben, das ohne religiösen Bezug auskommt – und prüft, was es leisten müsste.

Verwandte Themen