Pflicht und Absicht

Richtig handeln Klasse 9, 10
  • Zählt die Absicht oder das Ergebnis?
  • Was verlangt Kants Pflichtethik?

Schlau Fassung

Pflicht und Absicht

  • Die Pflichtethik setzt an anderer Stelle an als die Folgenethik: Nicht das Ergebnis entscheidet, sondern die Absicht und die Regel, nach der gehandelt wird.
  • Kant formuliert dafür den kategorischen Imperativ: Handle nur nach der Maxime, von der du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
  • Eine zweite Fassung ist im Alltag oft nützlicher: Behandle die Menschheit in jeder Person niemals bloß als Mittel, sondern immer zugleich als Zweck. Menschen sind kein Werkzeug.
  • Stark ist das, weil es einen Schutz gibt, den keine Rechnung aufheben kann. Genau darauf beruht die Idee der Menschenwürde in Artikel 1 des Grundgesetzes.
  • Die Schwäche ist die Härte: Wenn eine Regel ausnahmslos gilt, kann das im Einzelfall zu Ergebnissen führen, die kaum jemand will (siehe die Lüge an der Tür).
  • In der Praxis benutzen die meisten Menschen beides – und merken es nicht. Wer erkennt, welche Denkweise er gerade verwendet, argumentiert klarer.

Aufgaben

  1. Was entscheidet nach der Pflichtethik über richtig und falsch?
    LösungDie Absicht und die Regel, nicht das Ergebnis.
  2. Nenne die zweite Fassung des kategorischen Imperativs.
    LösungDen Menschen nie bloß als Mittel, sondern immer zugleich als Zweck behandeln.
  3. Was ist die Schwäche dieser Denkweise?
    LösungAusnahmslose Regeln führen im Einzelfall zu harten Ergebnissen.

Weiterführende Aufgaben

  1. Sucht drei Situationen, in denen jemand als bloßes Mittel benutzt wird, und beschreibt, woran man es erkennt.

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