Die Folgen abwägen
Richtig handeln
Klasse 9, 10
- Zählt nur das Ergebnis?
- Wo stößt das Rechnen mit Folgen an Grenzen?
Schlau Fassung
Die Folgen abwägen
- Die Folgenethik (Utilitarismus) sagt: Richtig ist die Handlung, die insgesamt den größten Nutzen bzw. den geringsten Schaden bringt – für alle Betroffenen, nicht nur für mich.
- Das ist stark, weil es nachvollziehbar ist: Man kann Folgen benennen, vergleichen und darüber streiten. Viele politische Entscheidungen werden so begründet.
- Erste Grenze: Folgen sind unsicher. Wer sie falsch einschätzt, handelt nach dieser Theorie unversehens falsch, obwohl er sorgfältig war.
- Zweite Grenze, die schwerer wiegt: Die Rechnung kann Einzelne opfern. Wenn fünf Menschen mehr zählen als einer, wäre es geboten, den einen zu verwenden – das widerspricht dem, was die meisten für unantastbar halten.
- Genau daran arbeitet das bekannte Weichenstellerbeispiel: Ist es richtig, eine Weiche umzulegen, wenn dadurch einer statt fünf stirbt? Und warum urteilen fast alle anders, wenn man den einen stattdessen schubsen müsste?
- Für Klassengespräche gilt dabei eine Regel: Es geht um die Begründung, nicht darum, wer sich schneller entscheidet.
Aufgaben
- Was ist der Maßstab der Folgenethik?
Lösung
Der größte Nutzen bzw. geringste Schaden für alle Betroffenen. - Nenne zwei Grenzen dieser Denkweise.
Lösung
Folgen sind unsicher; Einzelne können geopfert werden. - Was zeigt das Weichenstellerbeispiel?
Lösung
Dass Menschen bei gleicher Rechnung verschieden urteilen.
Weiterführende Aufgaben
- Diskutiert das Weichenstellerbeispiel in beiden Fassungen und sucht eine Erklärung für den Unterschied.