Die Ammoniaksynthese
Chemische Reaktion
Klasse 10
- Warum arbeitet man beim Haber-Bosch-Verfahren mit hohem Druck?
- Warum nicht mit möglichst niedriger Temperatur, wenn die Ausbeute dann besser wäre?
Schlau Fassung
Die Ammoniaksynthese (Haber-Bosch-Verfahren)
- Die Reaktion: \(\mathrm{N_2} + 3\,\mathrm{H_2} \rightleftharpoons 2\,\mathrm{NH_3}\), exotherm. Links stehen vier Gasteilchen, rechts zwei.
- Hoher Druck (etwa 200 bar) verschiebt das Gleichgewicht auf die Seite mit weniger Gasteilchen – also zum Ammoniak. Das folgt direkt aus Le Chatelier.
- Der Zielkonflikt bei der Temperatur: Weil die Reaktion exotherm ist, wäre die Ausbeute bei niedriger Temperatur größer. Dort läuft sie aber viel zu langsam. Gewählt wird deshalb ein Kompromiss von etwa 450 °C – schlechtere Ausbeute, aber in brauchbarer Zeit.
- Der Eisenkatalysator senkt die Aktivierungsenergie und macht diesen Kompromiss überhaupt erst tragfähig. Er verschiebt das Gleichgewicht nicht.
- Ammoniak wird laufend abgeführt und auskondensiert; nicht umgesetztes Gas läuft zurück in den Kreislauf. Der Entzug des Produkts verschiebt das Gleichgewicht immer wieder neu.
- Bedeutung: Aus Ammoniak entstehen Stickstoffdünger. Das Verfahren ernährt einen großen Teil der Weltbevölkerung – und verbraucht zugleich einen erheblichen Anteil der weltweit erzeugten Energie.
Aufgaben
- Warum verbessert hoher Druck die Ausbeute?
Lösung
Rechts stehen weniger Gasteilchen (2 statt 4); Druck verschiebt dorthin. - Begründe die Wahl von 450 °C, obwohl kühler besser wäre.
Lösung
Bei niedriger Temperatur läuft die Reaktion zu langsam; der gewählte Wert ist ein Kompromiss aus Ausbeute und Geschwindigkeit. - Welche Rolle spielt das Abführen des Ammoniaks?
Lösung
Der Produktentzug verschiebt das Gleichgewicht erneut auf die Produktseite und erhöht die Gesamtausbeute.
Weiterführende Aufgaben
- Diskutiert in der Klasse Nutzen und Kosten des Verfahrens: Welternährung gegenüber Energieverbrauch, Überdüngung und Nitrat im Grundwasser.