Verhaltensbiologie

Ökologie und Vielfalt Klasse 8, 9
  • Ist Verhalten angeboren oder gelernt?
  • Wie erforscht man Verhalten, ohne es zu deuten?
  • Warum verhalten sich Tiere manchmal „unsinnig“?

Themen in diesem Bereich

Schlau Fassung

Verhaltensbiologie

  • Verhalten ist alles, was ein Tier tut – und die Verhaltensbiologie fragt nach dem Warum. Sie stellt vier Fragen: Wie läuft es ab? Wozu dient es? Wie entsteht es beim einzelnen Tier? Wie hat es sich entwickelt?
  • Angeboren oder erlernt ist die Grundunterscheidung – meist ist es beides: Eine angeborene Grundlage wird durch Erfahrung geformt.
  • Beobachten heißt nicht deuten. „Der Hund freut sich“ ist eine Deutung; „der Hund wedelt mit dem Schwanz und springt“ ist die Beobachtung. Wer beides mischt, legt dem Tier menschliche Gefühle unter – das nennt man Anthropomorphismus und es ist der häufigste Fehler.
  • Verhalten hat einen Überlebenswert. Was uns unsinnig erscheint, war in der natürlichen Umgebung meist sinnvoll – eine Möwe, die einen riesigen Gips-Ei bebrütet, folgt einem Schlüsselreiz, der normalerweise zuverlässig funktioniert.
  • Klassische Begriffe: Schlüsselreiz, Instinkthandlung, Prägung, Konditionierung, Rangordnung, Revier, Balz.
  • Warum es auch für uns gilt: Vieles am menschlichen Verhalten – Mimik, Bindung an Bezugspersonen, Gruppenverhalten – lässt sich mit denselben Werkzeugen untersuchen.

Aufgaben

  1. Was ist Anthropomorphismus?
    LösungTieren menschliche Gefühle und Absichten zuzuschreiben.
  2. Trenne Beobachtung und Deutung: „Die Katze ist beleidigt und dreht sich weg.“
    LösungBeobachtung: Sie dreht sich weg. Deutung: Sie ist beleidigt.
  3. Warum erscheint manches Verhalten unsinnig?
    LösungEs folgt einem Schlüsselreiz, der in der natürlichen Umgebung zuverlässig funktioniert.

Weiterführende Aufgaben

  1. Beobachtet ein Tier zehn Minuten lang und notiert nur, was es TUT – ohne ein einziges deutendes Wort. Wie schwer fällt das?

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