Verhalten beobachten und deuten
Ökologie und Vielfalt
Klasse 8, 9
- Wie protokolliert man Verhalten wissenschaftlich?
- Warum verändert Beobachtung das Verhalten?
Schlau Fassung
Verhalten beobachten und deuten
- Zuerst ein Ethogramm anlegen: eine Liste aller Verhaltensweisen der Art, jede knapp und ohne Deutung beschrieben („Kopf senken“, „Schwanz heben“). Erst dann kann man zählen.
- Zwei Verfahren: Fokustier – ein Tier über eine feste Zeit vollständig beobachten. Zeitstichprobe – alle 30 Sekunden notieren, was gerade geschieht. Beides ergibt Zahlen, die sich vergleichen lassen.
- Genau notieren: Datum, Uhrzeit, Wetter, Ort, Zahl der Tiere. Verhalten ändert sich mit Tageszeit und Umständen – ohne diese Angaben ist eine Beobachtung nicht einzuordnen.
- ⛔ Die Anwesenheit des Beobachters verändert das Verhalten. Deshalb: Abstand halten, sich ruhig verhalten, dem Tier Zeit zur Gewöhnung geben – oder mit Kamera arbeiten.
- Erst am Schluss deuten, und dann als Hypothese: „Das Kopfsenken könnte ein Drohsignal sein, weil der Rivale danach in 8 von 10 Fällen zurückwich.“ Zahlen stützen die Deutung – Gefühl reicht nicht.
- Wiederholbarkeit ist der Prüfstein: Eine andere Person mit demselben Ethogramm müsste zu ähnlichen Zahlen kommen.
Aufgaben
- Was ist ein Ethogramm?
Lösung
Eine Liste aller Verhaltensweisen einer Art, beschrieben ohne Deutung. - Nenne zwei Beobachtungsverfahren.
Lösung
Fokustier-Beobachtung und Zeitstichprobe. - Warum notiert man Uhrzeit und Wetter?
Lösung
Verhalten hängt von den Umständen ab; ohne sie ist es nicht einzuordnen.
Weiterführende Aufgaben
- Erstellt ein Ethogramm für Tauben auf dem Schulhof und beobachtet zu zweit dasselbe Tier. Wie stark weichen eure Zahlen ab?