Wohnen früher und heute

Entwerfen und Gestalten Klasse 8
  • Wie sahen Textilien in der Wohnung vor hundert Jahren aus?
  • Warum besitzen wir heute so viel mehr davon?

Schlau Fassung

Wohnen früher und heute

  • Vor der Industrialisierung war Haustextil teuer und selten. Bettwäsche und Tischdecken gehörten zum Wertvollsten im Haushalt – sie standen in Inventarlisten und wurden vererbt.
  • Deshalb wurde selbst hergestellt und ausgebessert: Aussteuer, Handarbeit im Schulfach „Handarbeiten“, Stopfen und Flicken als Selbstverständlichkeit. Ein Loch war ein Auftrag, kein Grund zum Wegwerfen.
  • Mit Webstuhl-, Näh- und Spinnmaschinen im 19. Jahrhundert fiel der Preis. Was vorher Tage brauchte, entstand in Stunden – Textil wurde vom Wertgegenstand zur Ware.
  • Heute ist die Menge das Kennzeichen: mehrere Garnituren Bettwäsche, Kissen als Dekoration, wechselnde Vorhänge. Die Textilien im Haushalt sind zahlreich, günstig und kurzlebig.
  • Verändert hat sich auch die Herkunft: Früher stammte der Stoff aus der Region, heute meist aus Asien. Wer ihn genäht hat, weiß man nicht mehr.
  • Der Vergleich lohnt nicht, um „früher war besser“ zu sagen, sondern um zu sehen: Wertschätzung hängt an der Menge. Was selten ist, wird repariert – was billig ist, ersetzt.

Aufgaben

  1. Warum galt Bettwäsche früher als wertvoll?
    LösungSie war in Handarbeit hergestellt, teuer und selten – sie wurde vererbt.
  2. Was änderte die Industrialisierung?
    LösungMaschinen senkten den Preis; Textil wurde vom Wertgegenstand zur Ware.
  3. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Menge und Wertschätzung?
    LösungWas selten ist, wird repariert; was billig ist, wird ersetzt.

Weiterführende Aufgaben

  1. Befragt ein älteres Familienmitglied, welche Haustextilien es als Kind gab und was damit bei einem Loch geschah.

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