Wann das Passiv sinnvoll ist

Sprache und Grammatik Klasse 8
  • In welchen Textsorten gehört das Passiv hin?
  • Wann verschleiert Passiv etwas?

Schlau Fassung

Passiv mit Absicht einsetzen

  • Das Passiv ist kein schlechter Stil – es ist ein Werkzeug. Es rückt die Handlung nach vorn und den Handelnden nach hinten oder ganz aus dem Blick.
  • Sinnvoll ist es in Vorgangsbeschreibungen, Versuchsprotokollen, Bedienungsanleitungen, Rezepten, Gesetzen und Verwaltungstexten – überall dort, wo der Vorgang zählt.
  • Sinnvoll auch, wenn der Handelnde unbekannt ist: „Bei uns wurde eingebrochen.“
  • Unpassend ist es in Erzählungen und Berichten über Menschen: Dort will man wissen, wer etwas getan hat.
  • Kritisch wird es, wenn Verantwortung verschwindet: „Es wurden Fehler gemacht“ nennt niemanden. Solche Sätze lohnt es zu prüfen: Wer hat gehandelt?
  • Faustregel: Passiv bewusst wählen, nicht aus Gewohnheit. Im Zweifel Aktiv – es ist kürzer und klarer.

Aufgaben

  1. Warum steht in einem Rezept „Der Teig wird ausgerollt“ und nicht „Ich rolle den Teig aus“?
    LösungWeil es für jeden gilt, der das Rezept nachkocht.
  2. Wer bleibt in „Es wurden Fehler gemacht“ ungenannt? Formuliere den Satz mit Verantwortlichem.
    LösungZ. B. „Die Abteilung hat Fehler gemacht.“
  3. Wandle in ein lebendiges Aktiv um: „Der Ball wurde von Lena ins Tor geschossen.“
    Lösung„Lena schoss den Ball ins Tor.“

Weiterführende Aufgaben

  1. Suche eine Pressemitteilung und markiere jede Passivform. Bei welchen fehlt eine Person, die man gern kennen würde?

Verwandte Themen