Was ist der Unterschied zwischen grauen und weißen Nervenfasern?
Erklärung von Serlo Education e. V., lizenziert unter CC BY-SA 4.0 – Original bei Serlo, CC BY-SA 4.0, übernommen am 2026-09-03.
Nervenfasern können myelinisiert und nicht myelinisiert auftreten.
Doch was bedeutet das und was hat das mit Farben am Hut?
Auf diese Frage gehen wir im folgenen Artikel ein.
Was sind die Grundbausteine des Nervensystems?
Die Zellen des Nervensystems werden als Neuronen bezeichnet.
Diese Grundbausteine des Systems (vgl. Baukasten-Prinzip als Basiskonzept in der Biologie) sind leicht an ihren charakteristischen Fortsätzen zu erkennen – bekannt als das Axon und die Dendriten, wobei zu vermerken ist, dass man diese zwei Strukturen keinesfalls gleichsetzen sollte. Beide sind fundamental bedeutsam für die Funktionstüchtigkeit dieser Zellen in unserem Körper, da über diese die Signaltransduktion im Nervensystem ermöglicht wird.
Diese Zellfortsätze können verschieden auftreten, bspw. weil sie eingehüllt sind.
💡Die Begriffe "Axon" und "Neurit" sowie "Nervenzelle" und "Neuron" dürfen synonym verwendet werden.
Was sind weiße bzw. myelinisierte Nervenfasern?
Es gibt Zellen, die heißen Schwann'sche Zellen, da der einflussreiche deutsche Physiologe, Anatom und Histologe Theodor Schwann (1810 - 1882) eine um das Axon mancher Nervenzellen auftretende Schicht aufgefallen ist. Diese fettreiche Isolierschicht aus den nach ihn benannten Zellen nennt sich auch Myelinhülle bzw. Markscheide.
Diese besteht aus vielen spiralig um den Neuriten gewickelten, individuellen Zellen, die winzige Zwischenräume an der Axonmembran aussparen. Diese Lücken sehen aus wie Einschnürungen, mensch bezeichnet sie als Ranvier'sche Schnürrige, benannt nach dem französischen Arzt und Pathologen Louis-Antoine Ranvier (1835-1922).
In Sonderfällen kann sogar ein Dendrit myelinisiert auftreten, dann arbeitet er wie ein markhaltiges Axon, was die Erregungsweiterleitung betrifft. Solche Nervenzellen werden dann als pseudounipolare Neurone bezeichnet.
💡 Im Querschnitt spielen diese kleinen Einbuchtungen allerdings keine Rolle, die Bündeln von markhaltigen Nervenfasernerscheiden aufgrund des hohen Fettgehalts des Myelins weiß.
Was sind dann also graue bzw. nicht-myelinisierte Nervenfasern?
Nicht alle Nervenfasern haben von Schwann'schen Zellen umwickelte Axone oder sogar Dendriten. Dieses Gewebe wird als marklos oder nicht-myelinisiert bezeichnet, ohne die fettreiche Hülle erscheint das Gewebe dunkler unterm Lichtmikroskop nämlich dunkler.
💡Im Querschnitt erscheinen sie grau.