Was eine Verschwörungserzählung ist
Wahrheit und Medien
Klasse 9, 10
- Woran erkennt man sie im Einzelfall?
- Warum ist der Begriff „Theorie“ irreführend?
Schlau Fassung
Was eine Verschwörungserzählung ist
- Eine wissenschaftliche Theorie sagt voraus, was der Fall sein müsste, und lässt sich daran prüfen. Wird die Vorhersage nicht bestätigt, muss die Theorie geändert werden.
- Bei einer Verschwörungserzählung geschieht das Gegenteil: Widersprechende Belege werden als Fälschung gedeutet, fehlende Belege als Beweis für besonders gute Vertuschung.
- Deshalb ist sie nicht widerlegbar – und aus demselben Grund keine Erkenntnis. Karl Popper nannte die Widerlegbarkeit das Kennzeichen von Wissenschaft.
- Praktische Prüffragen: Wie viele Menschen müssten mitschweigen? Wie lange? Ohne einen einzigen Beleg? Große Geheimnisse halten selten – das ist eine historische Erfahrung.
- Und eine faire Unterscheidung: Wer Institutionen kritisiert, Belege verlangt und Fehler benennt, betreibt keine Verschwörungserzählung. Misstrauen ist erlaubt; unwiderlegbar zu werden ist das Problem.
Aufgaben
- Was macht eine wissenschaftliche Theorie aus?
Lösung
Sie ist prüfbar und kann widerlegt werden. - Wie wird mit widersprechenden Belegen umgegangen?
Lösung
Sie gelten als Fälschung oder als Beweis für Vertuschung. - Nenne eine praktische Prüffrage.
Lösung
Wie viele Menschen müssten wie lange schweigen?
Weiterführende Aufgaben
- Rechnet für eine bekannte Erzählung durch, wie viele Mitwisser nötig wären – und wie wahrscheinlich das ist.