Verantwortung für kommende Generationen

Mensch, Natur und Technik Klasse 9, 10
  • Kann man Menschen etwas schulden, die noch nicht leben?
  • Wie weit reicht Verantwortung in die Zukunft?

Schlau Fassung

Verantwortung für kommende Generationen

  • Bisher galt Verantwortung meist für das Nahe und Sichtbare. Seit der Mensch die Bedingungen des Lebens selbst verändern kann, reicht sie weiter – in Räume und Zeiten, die niemand überblickt.
  • Hans Jonas hat daraus einen neuen Imperativ formuliert: Handle so, dass die Folgen deines Handelns verträglich sind mit dem Fortbestand menschlichen Lebens auf der Erde.
  • Er ergänzt eine Faustregel für Unsicherheit: Im Zweifel der schlechteren Prognose mehr Gewicht geben. Wer irren kann, sollte lieber beim Risiko irren als beim Schaden.
  • Der Einwand ist ernst: Künftige Menschen können nichts fordern, sie existieren nicht. Die Antwort lautet, dass es nicht auf ihre Forderung ankommt, sondern auf unsere Handlung – wir schädigen sie vorhersehbar.
  • Das Bundesverfassungsgericht hat 2021 in seinem Klimabeschluss ähnlich argumentiert: Wenn heute zu wenig getan wird, muss später umso härter eingegriffen werden – das beschneidet die Freiheit der Jüngeren.
  • Schwierig bleibt die Umsetzung: Politik denkt in Wahlperioden, Schäden zeigen sich in Jahrzehnten. Vorschläge dagegen reichen von Klimaräten bis zu Rechten für künftige Generationen in Verfassungen.

Aufgaben

  1. Wie lautet der Imperativ von Hans Jonas?
    LösungHandle so, dass die Folgen mit dem Fortbestand menschlichen Lebens verträglich sind.
  2. Welche Faustregel gilt bei Unsicherheit?
    LösungDer schlechteren Prognose mehr Gewicht geben.
  3. Wie argumentierte das Bundesverfassungsgericht 2021?
    LösungZu wenig Handeln heute beschneidet die Freiheit der Jüngeren später.

Weiterführende Aufgaben

  1. Entwerft eine Regel, die die Interessen von Menschen im Jahr 2100 in einer heutigen Entscheidung sichtbar macht.

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