Vom Problem zum Programm
- Wie lässt sich „Vom Problem zum Programm“ mit einem Modell erklären?
- Welche Eingaben, Zustände und Sonderfälle muss das Programm eindeutig behandeln?
- Wie kann ich meine Lösung testen und verständlich dokumentieren?
Themen in diesem Bereich
Schlau Fassung
Vom Problem zum Programm Vor dem Code werden Ziel, Eingaben, Ausgaben, Regeln und Sonderfälle verstanden. Erst dann entsteht ein Algorithmus und schließlich ein Programm.
Vom Problem zum Programm ist in der Informatik kein isolierter Merksatz. Entscheidend ist, welche Daten oder Zustände am Anfang vorliegen, nach welcher Regel sie verarbeitet werden und wie sich das Ergebnis überprüfen lässt. Für einen Notenrechner werden zulässige Punkte, Maximalpunktzahl, Rundung und Fehlermeldungen festgelegt, bevor eine Formel geschrieben wird.
Beim Bearbeiten trennst du deshalb Beobachtung und Vermutung: Zuerst beschreibst du, was tatsächlich eingegeben, gespeichert, übertragen oder ausgegeben wird. Danach begründest du mit Fachbegriffen, warum der Ablauf so funktioniert.
Drei Bausteine, die du sicher können musst
Ein Name verweist auf einen veränderlichen Wert.
Sequenz, Auswahl und Wiederholung steuern den Ablauf.
Ein benannter Teil löst eine klar begrenzte Aufgabe.

Ausgearbeitetes Beispiel
Ausgangslage: Für einen Notenrechner werden zulässige Punkte, Maximalpunktzahl, Rundung und Fehlermeldungen festgelegt, bevor eine Formel geschrieben wird.
- Modell festlegen: Benenne Eingaben, gespeicherte Werte und die gewünschte Ausgabe.
- Regel anwenden: Formuliere die Verarbeitung so genau, dass eine andere Person jeden Schritt wiederholen kann.
- Ergebnis prüfen: Vergleiche die beobachtete Wirkung mit einer vorher notierten Erwartung und untersuche mindestens einen Randfall.
Begründung: Vor dem Code werden Ziel, Eingaben, Ausgaben, Regeln und Sonderfälle verstanden. Erst dann entsteht ein Algorithmus und schließlich ein Programm. Dadurch wird nicht nur das Ergebnis, sondern auch sein Zustandekommen nachvollziehbar.
So gehst du informatisch vor
Fachbegriffe in eigenen Worten
- Variable
- Ein Name verweist auf einen veränderlichen Wert.
- Kontrollstruktur
- Sequenz, Auswahl und Wiederholung steuern den Ablauf.
- Funktion
- Ein benannter Teil löst eine klar begrenzte Aufgabe.
Aufgaben
- StartBegriffe sichern: Erkläre „Vom Problem zum Programm“ in mindestens vier Sätzen und verwende zwei Begriffe aus dem Glossar.
Musterlösung
Vor dem Code werden Ziel, Eingaben, Ausgaben, Regeln und Sonderfälle verstanden. Erst dann entsteht ein Algorithmus und schließlich ein Programm. Für einen Notenrechner werden zulässige Punkte, Maximalpunktzahl, Rundung und Fehlermeldungen festgelegt, bevor eine Formel geschrieben wird. Eine vollständige Antwort benennt zusätzlich Eingabe oder Ausgangszustand, Verarbeitung und überprüfbares Ergebnis. - OrdnenModell bilden: Zerlege das Beispiel der Seite in Ausgangslage, Regel, Ergebnis und Test.
Musterlösung
Ausgangslage: die im Beispiel genannten Daten oder Geräte. Regel: der beschriebene Verarbeitungsschritt. Ergebnis: die sichtbare Wirkung. Test: ein normaler Fall und ein bewusst veränderter Randfall. - AnwendenSelbst lösen: Formuliere für einen Punkte-Rechner Eingaben, Ausgabe, zwei Regeln und drei Testfälle.
Musterlösung
Zum Beispiel: Punkte und Maximalpunktzahl als Zahlen; Ausgabe Prozentwert; Maximalpunktzahl muss positiv sein; Punkte liegen zwischen 0 und Maximum. Tests: normaler Wert, 0 Punkte, ungültiger Wert über Maximum. - FehlersucheDiagnose: Verändere im Beispiel genau eine Voraussetzung. Sage vorher, welche Wirkung du erwartest, und begründe sie.
Lösungshinweis
Eine gute Lösung benennt die veränderte Voraussetzung, den betroffenen Verarbeitungsschritt und eine beobachtbare Ausgabe. Mehrere Dinge gleichzeitig zu ändern erlaubt keine eindeutige Ursache. - TransferNeuer Zusammenhang: Finde ein zweites Beispiel aus Schule oder Alltag und erkläre Gemeinsamkeit sowie Unterschied.
Lösungshinweis
Nutze dieselben Fachbegriffe, aber übertrage sie auf andere Daten, Geräte oder Regeln. Der Unterschied muss fachlich relevant sein und darf nicht nur den Namen betreffen. - ProfiVertiefung: Zerlege ein längeres Programm in drei Funktionen und begründe jede Schnittstelle.
Lösungshinweis
Jede Funktion sollte eine klar benennbare Aufgabe besitzen und ihr Ergebnis zurückgeben, statt fremde Zustände versteckt zu verändern.
Weiterführende Aufgaben
Abgabe in fünf Teilen
- Ziel: Ein Satz, der messbar sagt, was funktionieren soll.
- Plan: Skizze, Ablaufplan, Tabelle oder Pseudocode.
- Produkt: Programm, Modell, Untersuchung oder dokumentierter Versuch.
- Tests: Normalfall, Randfall und mindestens ein absichtlich provozierter Fehler.
- Reflexion: Gefundener Fehler, vorgenommene Verbesserung und nächster sinnvoller Schritt.
Bewertungsraster für Partnerfeedback
- Fachlich richtig und mit passenden Begriffen erklärt
- Plan und Ergebnis stimmen sichtbar überein
- Tests sind reproduzierbar dokumentiert
- Quellen, Bilder und fremde Hilfen sind angegeben