Bedingungen programmieren
- Wie lässt sich „Bedingungen programmieren“ mit einem Modell erklären?
- Welche Eingaben, Zustände und Sonderfälle muss das Programm eindeutig behandeln?
- Wie kann ich meine Lösung testen und verständlich dokumentieren?
Bedingungen
Bedingungen in der Informatik sind Aussagen, die entweder wahr oder falsch sein können. Häufig verwendet man sie in Algorithmen, um etwas nur zu tun, wenn die Bedingung erfüllt oder eben nicht erfüllt ist.
In der Sprache sind Bedingungen vergleichbar mit Aussagen wie "Es regnet gerade" oder "5 < 3".
Dabei kann sich der Wahrheitswert zu unterschiedlichen Zeitpunkten verändern. Die Aussage "Es regnet gerade" ist zu einem festen Zeitpunkt entweder wahr oder falsch, kann sich aber zu einem anderen Zeitpunkt wieder verändern.
Natürlich gibt es auch Bedingungen, die ihren Wahrheitswert nicht verändern. "5<3" ist zum Beispiel immer eine falsche Aussage.
Beispiele
Es folgen ein paar Beispiele für Bedingungen und dafür, wie du sie verwendest:

Pia baut einen Schrank auf:
- Bedingung: "Schraube reingedreht" Verwendung: Drehe den Schraubenzieher so lange, bis die Schraube reingedreht ist
- Bedingung: "Scharnier befestigt" Verwendung: Öffne die Tür nur, wenn das Scharnier befestigt ist

Auch beim Kuchenbacken mit Gregor findest du Beispiele:
- Bedingung: "Eischnee ist fest" Verwendung: Schlage das Eiweiß so lange, bis der Eischnee fest ist
- Bedingung: "Teig ist durch" Verwendung: Hole den Kuchen aus dem Ofen, wenn der Teig durch ist
In der Informatik enthalten Bedingungen meistens Variablen, deren Wert verglichen wird, zum Beispiel x<10. Verwendet werden Bedingungen hauptsächlich in Kontrollstrukturen wie bedingten Anweisungen oder bedingten Wiederholungen.
Erklärung von Serlo Education e. V., lizenziert unter CC BY-SA 4.0 – Original bei Serlo, CC BY-SA 4.0, übernommen am 2026-09-03.
Schlau Fassung
Bedingungen programmieren Bedingungen ergeben wahr oder falsch und steuern alternative Programmwege. Reihenfolge und vollständige Fälle verhindern widersprüchliche Ergebnisse.
Bedingungen programmieren ist in der Informatik kein isolierter Merksatz. Entscheidend ist, welche Daten oder Zustände am Anfang vorliegen, nach welcher Regel sie verarbeitet werden und wie sich das Ergebnis überprüfen lässt. Bei Punkten ab 90 gilt Gold, ab 70 Silber, sonst Bronze; die höchste Grenze wird zuerst geprüft.
Beim Bearbeiten trennst du deshalb Beobachtung und Vermutung: Zuerst beschreibst du, was tatsächlich eingegeben, gespeichert, übertragen oder ausgegeben wird. Danach begründest du mit Fachbegriffen, warum der Ablauf so funktioniert.
Drei Bausteine, die du sicher können musst
Ein Name verweist auf einen veränderlichen Wert.
Sequenz, Auswahl und Wiederholung steuern den Ablauf.
Ein benannter Teil löst eine klar begrenzte Aufgabe.

Ausgearbeitetes Beispiel
Ausgangslage: Bei Punkten ab 90 gilt Gold, ab 70 Silber, sonst Bronze; die höchste Grenze wird zuerst geprüft.
- Modell festlegen: Benenne Eingaben, gespeicherte Werte und die gewünschte Ausgabe.
- Regel anwenden: Formuliere die Verarbeitung so genau, dass eine andere Person jeden Schritt wiederholen kann.
- Ergebnis prüfen: Vergleiche die beobachtete Wirkung mit einer vorher notierten Erwartung und untersuche mindestens einen Randfall.
Begründung: Bedingungen ergeben wahr oder falsch und steuern alternative Programmwege. Reihenfolge und vollständige Fälle verhindern widersprüchliche Ergebnisse. Dadurch wird nicht nur das Ergebnis, sondern auch sein Zustandekommen nachvollziehbar.
So gehst du informatisch vor
Fachbegriffe in eigenen Worten
- Variable
- Ein Name verweist auf einen veränderlichen Wert.
- Kontrollstruktur
- Sequenz, Auswahl und Wiederholung steuern den Ablauf.
- Funktion
- Ein benannter Teil löst eine klar begrenzte Aufgabe.
Aufgaben
- StartBegriffe sichern: Erkläre „Bedingungen programmieren“ in mindestens vier Sätzen und verwende zwei Begriffe aus dem Glossar.
Musterlösung
Bedingungen ergeben wahr oder falsch und steuern alternative Programmwege. Reihenfolge und vollständige Fälle verhindern widersprüchliche Ergebnisse. Bei Punkten ab 90 gilt Gold, ab 70 Silber, sonst Bronze; die höchste Grenze wird zuerst geprüft. Eine vollständige Antwort benennt zusätzlich Eingabe oder Ausgangszustand, Verarbeitung und überprüfbares Ergebnis. - OrdnenModell bilden: Zerlege das Beispiel der Seite in Ausgangslage, Regel, Ergebnis und Test.
Musterlösung
Ausgangslage: die im Beispiel genannten Daten oder Geräte. Regel: der beschriebene Verarbeitungsschritt. Ergebnis: die sichtbare Wirkung. Test: ein normaler Fall und ein bewusst veränderter Randfall. - AnwendenSelbst lösen: Formuliere für einen Punkte-Rechner Eingaben, Ausgabe, zwei Regeln und drei Testfälle.
Musterlösung
Zum Beispiel: Punkte und Maximalpunktzahl als Zahlen; Ausgabe Prozentwert; Maximalpunktzahl muss positiv sein; Punkte liegen zwischen 0 und Maximum. Tests: normaler Wert, 0 Punkte, ungültiger Wert über Maximum. - FehlersucheDiagnose: Verändere im Beispiel genau eine Voraussetzung. Sage vorher, welche Wirkung du erwartest, und begründe sie.
Lösungshinweis
Eine gute Lösung benennt die veränderte Voraussetzung, den betroffenen Verarbeitungsschritt und eine beobachtbare Ausgabe. Mehrere Dinge gleichzeitig zu ändern erlaubt keine eindeutige Ursache. - TransferNeuer Zusammenhang: Finde ein zweites Beispiel aus Schule oder Alltag und erkläre Gemeinsamkeit sowie Unterschied.
Lösungshinweis
Nutze dieselben Fachbegriffe, aber übertrage sie auf andere Daten, Geräte oder Regeln. Der Unterschied muss fachlich relevant sein und darf nicht nur den Namen betreffen. - ProfiVertiefung: Zerlege ein längeres Programm in drei Funktionen und begründe jede Schnittstelle.
Lösungshinweis
Jede Funktion sollte eine klar benennbare Aufgabe besitzen und ihr Ergebnis zurückgeben, statt fremde Zustände versteckt zu verändern.
Weiterführende Aufgaben
Abgabe in fünf Teilen
- Ziel: Ein Satz, der messbar sagt, was funktionieren soll.
- Plan: Skizze, Ablaufplan, Tabelle oder Pseudocode.
- Produkt: Programm, Modell, Untersuchung oder dokumentierter Versuch.
- Tests: Normalfall, Randfall und mindestens ein absichtlich provozierter Fehler.
- Reflexion: Gefundener Fehler, vorgenommene Verbesserung und nächster sinnvoller Schritt.
Bewertungsraster für Partnerfeedback
- Fachlich richtig und mit passenden Begriffen erklärt
- Plan und Ergebnis stimmen sichtbar überein
- Tests sind reproduzierbar dokumentiert
- Quellen, Bilder und fremde Hilfen sind angegeben