Bedingungen programmieren

Programmieren Klasse 7
  • Wie lässt sich „Bedingungen programmieren“ mit einem Modell erklären?
  • Welche Eingaben, Zustände und Sonderfälle muss das Programm eindeutig behandeln?
  • Wie kann ich meine Lösung testen und verständlich dokumentieren?

Bedingungen

Bedingungen in der Informatik sind Aussagen, die entweder wahr oder falsch sein können. Häufig verwendet man sie in Algorithmen, um etwas nur zu tun, wenn die Bedingung erfüllt oder eben nicht erfüllt ist.

In der Sprache sind Bedingungen vergleichbar mit Aussagen wie "Es regnet gerade" oder "5 < 3".

Dabei kann sich der Wahrheitswert zu unterschiedlichen Zeitpunkten verändern. Die Aussage "Es regnet gerade" ist zu einem festen Zeitpunkt entweder wahr oder falsch, kann sich aber zu einem anderen Zeitpunkt wieder verändern.

Natürlich gibt es auch Bedingungen, die ihren Wahrheitswert nicht verändern. "5<3" ist zum Beispiel immer eine falsche Aussage.

Beispiele

Es folgen ein paar Beispiele für Bedingungen und dafür, wie du sie verwendest:

Schrank als Beispiel

Pia baut einen Schrank auf:

  • Bedingung: "Schraube reingedreht" Verwendung: Drehe den Schraubenzieher so lange, bis die Schraube reingedreht ist
  • Bedingung: "Scharnier befestigt" Verwendung: Öffne die Tür nur, wenn das Scharnier befestigt ist
Kuchen als Beispiel

Auch beim Kuchenbacken mit Gregor findest du Beispiele:

  • Bedingung: "Eischnee ist fest" Verwendung: Schlage das Eiweiß so lange, bis der Eischnee fest ist
  • Bedingung: "Teig ist durch" Verwendung: Hole den Kuchen aus dem Ofen, wenn der Teig durch ist

In der Informatik enthalten Bedingungen meistens Variablen, deren Wert verglichen wird, zum Beispiel x<10. Verwendet werden Bedingungen hauptsächlich in Kontrollstrukturen wie bedingten Anweisungen oder bedingten Wiederholungen.

Erklärung von Serlo Education e. V., lizenziert unter CC BY-SA 4.0 – Original bei Serlo, CC BY-SA 4.0, übernommen am 2026-09-03.

Schlau Fassung

Bedingungen programmieren Bedingungen ergeben wahr oder falsch und steuern alternative Programmwege. Reihenfolge und vollständige Fälle verhindern widersprüchliche Ergebnisse.

Bedingungen programmieren ist in der Informatik kein isolierter Merksatz. Entscheidend ist, welche Daten oder Zustände am Anfang vorliegen, nach welcher Regel sie verarbeitet werden und wie sich das Ergebnis überprüfen lässt. Bei Punkten ab 90 gilt Gold, ab 70 Silber, sonst Bronze; die höchste Grenze wird zuerst geprüft.

Beim Bearbeiten trennst du deshalb Beobachtung und Vermutung: Zuerst beschreibst du, was tatsächlich eingegeben, gespeichert, übertragen oder ausgegeben wird. Danach begründest du mit Fachbegriffen, warum der Ablauf so funktioniert.

Drei Bausteine, die du sicher können musst

Baustein 1Variable

Ein Name verweist auf einen veränderlichen Wert.

Baustein 2Kontrollstruktur

Sequenz, Auswahl und Wiederholung steuern den Ablauf.

Baustein 3Funktion

Ein benannter Teil löst eine klar begrenzte Aufgabe.

Vom Problem über den Algorithmus zum getesteten Programm
Vom Problem über den Algorithmus zum getesteten Programm

Ausgearbeitetes Beispiel

Ausgangslage: Bei Punkten ab 90 gilt Gold, ab 70 Silber, sonst Bronze; die höchste Grenze wird zuerst geprüft.

  1. Modell festlegen: Benenne Eingaben, gespeicherte Werte und die gewünschte Ausgabe.
  2. Regel anwenden: Formuliere die Verarbeitung so genau, dass eine andere Person jeden Schritt wiederholen kann.
  3. Ergebnis prüfen: Vergleiche die beobachtete Wirkung mit einer vorher notierten Erwartung und untersuche mindestens einen Randfall.

Begründung: Bedingungen ergeben wahr oder falsch und steuern alternative Programmwege. Reihenfolge und vollständige Fälle verhindern widersprüchliche Ergebnisse. Dadurch wird nicht nur das Ergebnis, sondern auch sein Zustandekommen nachvollziehbar.

So gehst du informatisch vor

1VerstehenZiel, Eingaben, Ausgaben und Grenzen als prüfbare Anforderungen notieren.
2StrukturierenDaten, Sequenzen, Bedingungen, Schleifen und Funktionen passend ordnen.
3TestenNormalfall, Randfall und Fehlereingabe mit erwarteter Ausgabe vergleichen.
MerksatzBedingungen ergeben wahr oder falsch und steuern alternative Programmwege. Reihenfolge und vollständige Fälle verhindern widersprüchliche Ergebnisse.
Typischer DenkfehlerDirekt Code zu schreiben spart selten Zeit. Ungeklärte Eingaben und Sonderfälle tauchen später als schwer auffindbare Programmfehler wieder auf.

Fachbegriffe in eigenen Worten

Variable
Ein Name verweist auf einen veränderlichen Wert.
Kontrollstruktur
Sequenz, Auswahl und Wiederholung steuern den Ablauf.
Funktion
Ein benannter Teil löst eine klar begrenzte Aufgabe.

Aufgaben

  1. StartBegriffe sichern: Erkläre „Bedingungen programmieren“ in mindestens vier Sätzen und verwende zwei Begriffe aus dem Glossar.
    MusterlösungBedingungen ergeben wahr oder falsch und steuern alternative Programmwege. Reihenfolge und vollständige Fälle verhindern widersprüchliche Ergebnisse. Bei Punkten ab 90 gilt Gold, ab 70 Silber, sonst Bronze; die höchste Grenze wird zuerst geprüft. Eine vollständige Antwort benennt zusätzlich Eingabe oder Ausgangszustand, Verarbeitung und überprüfbares Ergebnis.
  2. OrdnenModell bilden: Zerlege das Beispiel der Seite in Ausgangslage, Regel, Ergebnis und Test.
    MusterlösungAusgangslage: die im Beispiel genannten Daten oder Geräte. Regel: der beschriebene Verarbeitungsschritt. Ergebnis: die sichtbare Wirkung. Test: ein normaler Fall und ein bewusst veränderter Randfall.
  3. AnwendenSelbst lösen: Formuliere für einen Punkte-Rechner Eingaben, Ausgabe, zwei Regeln und drei Testfälle.
    MusterlösungZum Beispiel: Punkte und Maximalpunktzahl als Zahlen; Ausgabe Prozentwert; Maximalpunktzahl muss positiv sein; Punkte liegen zwischen 0 und Maximum. Tests: normaler Wert, 0 Punkte, ungültiger Wert über Maximum.
  4. FehlersucheDiagnose: Verändere im Beispiel genau eine Voraussetzung. Sage vorher, welche Wirkung du erwartest, und begründe sie.
    LösungshinweisEine gute Lösung benennt die veränderte Voraussetzung, den betroffenen Verarbeitungsschritt und eine beobachtbare Ausgabe. Mehrere Dinge gleichzeitig zu ändern erlaubt keine eindeutige Ursache.
  5. TransferNeuer Zusammenhang: Finde ein zweites Beispiel aus Schule oder Alltag und erkläre Gemeinsamkeit sowie Unterschied.
    LösungshinweisNutze dieselben Fachbegriffe, aber übertrage sie auf andere Daten, Geräte oder Regeln. Der Unterschied muss fachlich relevant sein und darf nicht nur den Namen betreffen.
  6. ProfiVertiefung: Zerlege ein längeres Programm in drei Funktionen und begründe jede Schnittstelle.
    LösungshinweisJede Funktion sollte eine klar benennbare Aufgabe besitzen und ihr Ergebnis zurückgeben, statt fremde Zustände versteckt zu verändern.

Weiterführende Aufgaben

Mini-ProjektEntwickelt einen kleinen Alltagshelfer. Erstellt Anforderungsliste, Pseudocode, Testtabelle und anschließend eine funktionsfähige Umsetzung.

Abgabe in fünf Teilen

  1. Ziel: Ein Satz, der messbar sagt, was funktionieren soll.
  2. Plan: Skizze, Ablaufplan, Tabelle oder Pseudocode.
  3. Produkt: Programm, Modell, Untersuchung oder dokumentierter Versuch.
  4. Tests: Normalfall, Randfall und mindestens ein absichtlich provozierter Fehler.
  5. Reflexion: Gefundener Fehler, vorgenommene Verbesserung und nächster sinnvoller Schritt.
Bewertungsraster für Partnerfeedback
  • Fachlich richtig und mit passenden Begriffen erklärt
  • Plan und Ergebnis stimmen sichtbar überein
  • Tests sind reproduzierbar dokumentiert
  • Quellen, Bilder und fremde Hilfen sind angegeben

Material & Links

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